Mythen rund um Krafttraining

Heute kommen wir zu zehn Mythen rund um Krafttraining. Da schwirren viele Behauptungen herum, die sich über Jahrzehnte halten und die so nicht wirklich stimmen. Krafttraining verbindet man zum Beispiel mit Aussagen wie 'Frauen dürfen nicht schwer heben' und vieles mehr. Krafttraining wird immer noch so angesehen, dass man schwere Gewichte hebt und der Körper unter der Last zerbricht. Und das ist nicht so. Deswegen gehen wir heute, wie gesagt, zehn Mythen durch und schauen, ob die auch stimmen oder eben nicht.

Mythos #1: Krafttraining ist bei Krankheiten wie Osteoporose, einem Bandscheibenvorfall oder nach einer OP einfach nicht sinnvoll. Kann ich ganz klar sagen: nein. Aber gleich die Anmerkung: Bei Krankheiten sollte immer die Trainerin oder der Trainer auf jeden Fall in Verbindung mit der Ärztin oder dem Arzt sein, oder der Kunde sollte eben da wirklich offen drüber sprechen, damit das Training danach ausgerichtet werden kann. Das ist sehr, sehr wichtig. Und natürlich ist Krafttraining ein unterstützendes Training, das wirklich gezielt auf die Krankheit eingeht. Also wenn ich das Beispiel aus Osteoporose nehme, ist es eben so, dass die Knochendichte verringert ist und durch gezielte Übungen können die Knochen belastet und auch gestärkt werden. Und durch das Krafttraining erlernt eben auch die Person, die Osteoporose hat, wo vielleicht das Sturzrisiko höher ist, mehr Gleichgewicht zu erlernen, die Körperhaltung zu verbessern, damit die Person vorbereitet ist, im Falle eines Sturzes zum Beispiel zu wissen, wie man sich im Falle eines Sturzes auf den Körper verlassen kann. Aber auch ein Mensch mit einem Bandscheibenvorfall kann vom Training profitieren, um den Rücken aufzubauen, Beine aufzubauen, wieder richtig stehen zu lernen, usw. Oder auch nach einer OP gehört Krafttraining zum Rehabilitationsprozess dazu. Und auch da können gezielte Übungen dazu beitragen, dass deine Beweglichkeit verbessert wird, dass deine Genesung beschleunigt wird. Heißt, wenn ich jetzt bei einer OP am Bein oder so oder bei einem Bruch zu lange warte und mich zu lange schonen, kommt schon das nächste Problem um die Ecke, weil man sich 'falsch' belastet oder gar nicht belastet. Heißt, da einfach schon aktiv werden, sich nicht zu überbelasten.

Mythos #2: Krafttraining kann man im Alter nicht machen, weil ältere Menschen ja auch nicht schwer heben sollten. Ihr hört man unter Unterton, natürlich nein. Vor allem im Alter ist es so wichtig, mobil zu bleiben, beweglich zu bleiben und kraftvoll zu sein. Weil es ist doch so wichtig, dass sich auch im Alter vielleicht irgendwo hochgreifen kann, richtig dastehe. Oder wenn ich hinfalle, damit mein Körper auch weiß, was zu tun ist, wenn ich hinfalle. Und dafür ist eben Krafttraining da, dass man sich auf seinen Körper verlassen kann, dass man weiß, wie er reagieren sollte, wenn zum Beispiel ein Sturz passiert. Menschen, die älter sind, denken auch oft, dass sie kein Krafttraining machen können. Und das ist nicht so, also man kann mit Krafttraining wirklich immer anfangen. Und im Umkehrschluss: Natürlich, je früher jemand damit beginnt, desto später klopfen auch die Alterszipperlein an der Tür. Und ich sage nicht, dass mit Krafttraining keine Krankheiten entstehen können. Und warum es jetzt so wichtig ist, Krafttraining im Alter? Zum einen, dass ich einfach richtig im Raum stehe, dass ich weiß, wie ich mich bewege, dass ich die Muskelkraft erhalte, dass ich die Knochengesundheit einfach verbessert wird, dass der Stoffwechsel funktioniert und schlussendlich natürlich, dass die Lebensqualität auch einfach erhöht ist. Weil wenn ich mit 70 gut leben, mich bewegen kann, aus einem Auto noch herauskomme, wenn ich Treppensteigen kann, dann ist das einfach Lebensqualität. Weil wenn ich mit 70 darauf angewiesen werde, dass mir jemand hochhilft, finde ich das uncool. Wenn ich irgendwie nicht mein Leben bestimmen kann, ist das einfach eine Einschränkung.

Mythos #3: Ein Mensch, der einen Zyklus hat, kann kein Krafttraining machen. Nein! Frauen können Krafttraining machen, oder Menschen, die weiblich gelesen sind. Training sieht mit einem Zyklus einfach anders aus. Heißt, ich habe ein anderes Training, weil ein Mann kann einfach immer so trainieren, immer weiter, immer höher. Eine Frau hat ja einen Zyklus, heißt es gibt eine gewisse Phase vom Training, bei der mehr Gewicht geladen wird, dann hast du eine Phase, wo einfach zurückgefahren wird, wo du mehr in die Beweglichkeit reingehst. Es ist eine Wellenbewegung. Heißt, in der Woche vor der Periode einfach wirklich ein bisschen das Training herunterfahren, mehr Beweglichkeit, Kraftausdauer, usw.. Ab Tag der ersten Blutung wieder viel Gewicht.

Mythos #4: In der Schwangerschaft kein Krafttraining. Nein. Aber immer in Abstimmung mit Ärztin/Arzt, Trainerin/Trainer. Es kommt natürlich darauf an, wie man einsteigt, heißt, wenn jemand schon zehn Jahre Krafttraining gemacht hat, kann er relativ lang auch schweres Gewicht heben. Es ist einfach individuell. Und aber es ist wichtig, dass man trainiert, weil sich natürlich durch eine Schwangerschaft, wenn der Bauch größer wird, sich einfach der Schwerpunkt verlagert. Heißt, wo sonst die Bauchkraft, oder die Mitte arbeitet, hat man da nicht mehr. Deshalb muss das Gesäß übernehmen. Das steht dann natürlich auch im Fokus. Krafttraining in der Schwangerschaft ist nicht nur Stütze, sondern auch Vorbereitung auf die Geburt, tatsächlich, weil wie immer gesagt wird, das wäre was natürlich so eine Geburt. Aber eine Geburt ist ein körperlicher und mentaler Kraftakt da bereitet einfach auch Krafttraining darauf vor. Aber auch danach, damit man da auch viel schnell auf die Beine kommt, weil man muss ja präsent sein, man hat jetzt nicht nur sich, sondern das Wesen oder vielleicht noch weitere Kinder, um die man sich kümmern muss. Und da bereitet Training wunderbar darauf vor.

Mythos #5: Es gibt kein 'zu viel' im Krafttraining. Doch, das sogenannte Übertraining. Wenn man keinen Plan hat und einfach trainiert wie blöd oder immer mehr Gewicht in kurzer Zeit bearbeitet, dann kann es einfach zu Übertraining kommen. Wie Muskelermüdung, Verletzungen, usw.. Denn viel hilft nicht unbedingt viel. Also zum Training gehört eben auch die Regeneration, Schlaf und Essen, ... Ohne Entspannung, keine Anspannung. Das ist wichtig. Warnzeichen von Übertraining sind: Müdigkeit, Erschöpfung, Leistungsabfall, Schlafstörungen, Verletzungsanfälligkeit, Stimmungsschwankungen, kein Appetit, Immunsystem ist schwach. Und natürlich, was ist die Prävention dafür? Einfach das Training vernünftig planen. Man hat ein Ziel, wo man hin will, man weiß, was dann an den jeweiligen Tagen zu trainieren zu tun ist und wann Pausen angesagt sind. Wo ich gerade darauf komme, Muskelkater ist bei einem wirklich durchdachten Training nicht vorgesehen. Training mit krassem Muskelkater ist für die Tonne. Also immer Erholzeiten einplanen, mit Schlaf & Essen einplanen.

Mythos #6: Einfach Dehnen bei Rückenschmerzen. Auch da nein. Dehnen bringt vielleicht kurz etwas Erholung für eine angespannte Region, aber langfristig muss man ja dahingehend, wo der Rücken schmerzt, warum der Schmerz dort entsteht. Es ist zum Beispiel so, dass der Rücken viel zu sehr in der Anspannung ist und da nützt Dehnen mittelfristig nichts. Da arbeitet ggf. das Gesäß nicht, wie es soll oder das Atemmuster muss angeschaut werden, weil der Nacken mitatmet.

Mythos #7: Krafttraining ist mit hohem Verletzungsrisiko verbunden. Jein. Natürlich kann man sich beim Krafttraining verletzen, wenn man nicht die richtige Technik für die Übung innehat, wenn man irgendwas macht, wenn man Übertraining praktiziert und sich einfach nicht erholt, wenn man sich nicht zielgerichtet aufwärmt, wenn krank trainiert wird,… Aber per se ist Krafttraining kein verletzungsreiches Training.

Mythos #8: Man wird durch Krafttraining unbeweglich und unflexibel. Nein. Bei klassischen Übungen, die man so im Kopf hat, Kniebeuge, Kreuzheben, Bankdrücken bewegt man sich ja klassisch nur in eine Richtung. Von oben nach unten. Da ist nicht viel mit Beweglichkeit. Aber im 'modernen' Krafttraining verknüpft man die Übungen auch mit Beweglichkeit, Balance Aspekten.

Mythos #9: Regeneration im Krafttraining ist nicht wichtig. Und da zählt auch so ein bisschen der Satz mit rein, den viele Leute auch immer sagen: 'Ich brauche noch wenig Schlaf und hab mir die Hunger'. Ich glaube, dass hab ich vorhin schon gesagt, bitte genug Essen, genug Schlafen, genug Erholen, nur so kann man kraftvoll sein.

Mythos #10: Krafttraining besteht nur aus Bankdrücken oder Kniebeugen - absolut nein. Krafttraining hat so, so viele Übungen, ich kann Kniebeugen einbeinig machen, Bankdrücken reziprok, usw…

Krafttraining ist wirklich so, so viel mehr, und es ist so schade, dass manche Menschen eben denken, dass es nur Bankdrücken, Kniebeuge und Kreuzheben ist. Und ich hoffe, ich ändere das hier in Nürnberg, dass so viel mehr Menschen mehr erfahren, dass Krafttraining so, so viel mehr ist und die Basis für jeden Menschen sein sollte. Und genau, wenn du dich dafür interessierst, mach gerne ein kostenloses Kennenlerngespräch mit mir aus oder komm auf den Kaffee vorbei.

 
 

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